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Reykjavík in 48 Stunden — die ehrliche Zwei-Tage-Stadtreiseroute

Reykjavík in 48 Stunden — die ehrliche Zwei-Tage-Stadtreiseroute

Reykjavik: From Reykjavik Golden Circle full day guided trip

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Achtundvierzig Stunden in Reykjavík reichen aus, um die wirklich guten Dinge der Stadt zu erleben, einen Ganztagesausflug außerhalb der Stadtgrenzen hinzuzufügen und ohne Hast abzureisen. Was dabei nicht möglich ist: ein zweiter Ganztagesausflug — wer versucht, Golden Circle und Südküste in 48 Stunden unterzubringen, erlebt beides im Laufschritt und behält kaum etwas davon.

Diese Reiseroute trifft eine Entscheidung für einen: Golden Circle an Tag 1 als geführte Tagestour, die Stadt in der Tiefe an Tag 2. Die Blaue Lagune ist als Transitstopp bei der Abreise eingeplant, wenn der Flug von Keflavík abgeht — was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Fall ist.

Anreise vom Flughafen Keflavík nach Reykjavík

Der internationale Flughafen Keflavík liegt 50 km südwestlich von Reykjavík. Flybus (BSÍ-Terminal) und Airport Express fahren beide direkt in die Stadt in 45–60 Minuten, mit Hotelanfahrt bei den meisten Diensten. Kosten: 3.500–4.500 ISK (23–29 €) einfache Fahrt. Taxis gibt es, kosten aber ca. 15.000–18.000 ISK (98–118 €) — den Bus nehmen, außer bei sehr viel Gepäck oder Ankunft sehr spät/früh.

Wer die Blaue Lagune am Abreisetag einplant: beide Busdienste bieten eine direkte Reykjavík → Blaue Lagune → Keflavík-Verbindung an, was die sinnvollste Struktur dafür ist.

Tag 1: Der Golden Circle als geführte Tour

Abfahrt: 08:30–09:00 Uhr

Der Golden Circle ist der logische erste Ausflug von Reykjavík aus — drei wirklich ausgezeichnete Sehenswürdigkeiten auf einer einzigen Rundstrecke, alle ohne Mietwagen erreichbar. Die 300-km-Schleife führt durch den Þingvellir-Nationalpark, das Geysir-Geothermalgebiet und den Gullfoss-Wasserfall.

Golden Circle Ganztages-Geführte Tour von Reykjavík — Þingvellir, Geysir/Strokkur, Gullfoss, ca. 10 Stunden, Kleingruppe mit Expertenfüher

Þingvellir-Nationalpark

Þingvellir ist der Standort von Islands ursprünglichem Parlament (das Althing, gegründet 930 n. Chr.) und liegt direkt auf dem sichtbaren Grabenbruch zwischen der nordamerikanischen und eurasischen tektonischen Platte. Der Graben ist als Kliffwand sichtbar — man geht hinein. Die Stätte ist in einer realen und greifbaren Weise historisch bedeutsam, nicht als Rekonstruktion. Die Kirche (1859) und der Lögberg (Gesetzfels), wo Häuptlinge zusammenkamen, sind gut ausgeschildert. 1–1,5 Stunden einplanen.

Die Silfra-Spalte, erreichbar durch einen kurzen Spaziergang vom Hauptparkplatz, bietet Schnorcheln und Tauchen in 2 °C kaltem Wasser mit einer Sichtweite von über 100 m — das erfordert jedoch Voranmeldung und einen separaten Ausflug.

Geysir und Strokkur

Das Geysir-Geothermalgebiet umfasst den ursprünglichen Geysir (der den Geysiren ihren Namen gab, aber jetzt selten ausbricht) und Strokkur, der alle 5–8 Minuten 20–30 m hoch ausbricht. Der Ausbruchszyklus ist zuverlässig genug, dass man einfach wartet. Das umgebende Geothermalfeld — kochende Schlammtümpel, dampfende Fumarolen, leuchtend-orange Mineralformationen — ist auf Fußpfaden zugänglich. 45–60 Minuten einplanen.

Am Geysir gibt es einen großen Touristenshop und ein Café. Die Essensqualität ist mittelmäßig; bei geführten Touren ist das Mittagessen oft inbegriffen. Bei der Buchung nachfragen.

Gullfoss

Gullfoss („Goldener Wasserfall”) ist ein zweistufiger Wasserfall, bei dem der Fluss Hvítá 32 m in eine enge Schlucht fällt. Die Schlucht wirkt so, als würde der Fluss einfach in der Erde verschwinden — aus bestimmten Blickwinkeln kann man nicht sehen, wohin das Wasser fließt. Die obere Aussichtsplattform (Holzsteg) ist der Hauptstandort; ein unterer Weg kommt näher an den Sprühnebel. Beide sind zugänglich. Das Wasservolumen bei der Schneeschmelze im Frühjahr (Mai–Juni) ist spektakulär.

Abend in Reykjavík

Rückkehr in die Stadt bis 17:00–18:00 Uhr. Abendessen-Empfehlung: Snaps Bistro (Þórsgata 1) für französisch-inspiriertes isländisches Bistroessen zu vernünftigen Preisen (2.500–3.500 ISK / 16–23 € für ein Hauptgericht). Für ordentlich zubereitete Fish and Chips: Reykjavík Fish beim alten Hafen. Für einen Überblick über isländisches Craft Beer: Micro Bar (Austurstræti) hat Zapfhähne von den meisten isländischen Brauereien.

Tag 2: Reykjavík zu Fuß

Reykjavíks fußgängerfreundliches Zentrum ist kompakt. Die wichtigsten Wahrzeichen liegen innerhalb von 2 km voneinander, und es gibt keinen Bus oder kein Taxi im Altstadtbereich nötig.

Morgen: 09:00–12:30 Uhr

An der Hallgrímskirkja beginnen — die Betonkirche, die die Reykjavíker Skyline dominiert. Der Turmaufzug (8 €) bietet unverstellte Aussichten über die Stadt, die Bucht und an klaren Tagen die Berge im Norden und Osten. Die Kirche selbst (lutherisch) ist nüchtern und architektonisch ehrlich; das Innere bildet einen scharfen Kontrast zur dramatischen Außenseite. Morgenlicht von Osten beleuchtet die Fassade gut.

Von der Hallgrímskirkja die Skólavörðustígur hinuntergehend — die Haupt-Einkaufs- und Galerie-Straße — zum alten Hafen. Die Straße hat isländische Kleidungsgeschäfte (Lopapeysa-Wollpullover: 15.000–25.000 ISK / 98–163 € für eine handgestrickte Version, 8.000–14.000 ISK für maschinell hergestellte), Designstudios und mehrere gute Kaffeeshops. Reykjavík Roasters (Kárastígur 1) für Espresso; Stofan (Vesturgata 3) für eine ruhigere, bibliothekarische Atmosphäre.

Die Harpa-Konzerthalle am Wasser ist 20 Minuten wert — die äußere Glasfassade (entworfen von Ólafur Elíasson) ist beeindruckend, das Innere der Eingangshalle steht Besuchern ohne Eintrittskarten offen, und die Hafenaussichten von innen sind ausgezeichnet.

Altes Hafenviertel (10:30–12:00 Uhr)

Der alte Hafen (Grandi) hat sich vom Fischerei- zum Tourismus- und Restaurantbetrieb gewandelt, bleibt aber ehrlicher als die meisten isländischen Uferpromenaden. Die Wale Islandausstellung (eine Sammlung maßstabsgetreuer Walmodelle — realistisch und lehrreich, ca. 18 €) ist wirklich informativ. Das Marshall House zeitgenössisches Kunstzentrum befindet sich in einer umgewandelten Fischfabrik und der Eintritt in die unteren Etagen ist oft kostenlos.

Zum Mittagessen: Matur og Drykkur (Grandagarður 2) ist das beste traditionell isländische Speiserestaurant der Stadt — Klippfiskur (Salzfisch), Lamm und Skyr-Desserts, Mittagsgerichte ca. 3.500–4.500 ISK (23–29 €). Alternativ Bryggjan Brugghús am Hafen für Craft Beer und Burger.

Nachmittag: 13:00–17:00 Uhr

Entlang der Uferpromenade zur Sun Voyager-Skulptur gehen oder radeln (Leihräder und E-Scooter sind weit verbreitet) — eine Edelstahlboot-Skulptur an der Uferpromenade. Die besten Fotos macht man in der goldenen Stunde, aber die Lage und der Blick über die Bucht auf den Esja-Berg sind auch am Nachmittag reizvoll.

Das Nationalmuseum Islands (Suðurgata 41, Eintritt ca. 14 €) ist der umfassendste Überblick über die isländische Geschichte von der Besiedlung bis zur Gegenwart. 2–2,5 Stunden einplanen. Die Wikinger-Zeitalter-Artefakte und die Beschreibung der frühen Siedlungen sind die stärksten Abschnitte.

Wer Kunst bevorzugt: Das Listasafn Íslands (Nationalgalerie Islands, Fríkirkjuvegur 7, sonntags kostenlos) beherbergt die nationale Hauptsammlung, dominiert von isländischen Landschaftsmalern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das Werk von Jóhannes Kjarval ist das Highlight.

Abend: optionale Walbeobachtung (18:30 Uhr)

Wenn Wale interessieren und das Wetter akzeptabel ist (ruhige See), ist eine Walbeobachtungsfahrt am frühen Abend vom alten Hafen eine der besseren Dinge, die man mit einem letzten Reykjavík-Abend verbringen kann. Buckelwale und Zwergwale sind die am häufigsten gesichteten Arten; Hafentümmler ganzjährig. Dauer: 3 Stunden. Die Erfolgsquote im Sommer liegt bei den meisten Betreibern über 90 %.

Reykjavík Original 3-Stunden-Walbeobachtung — Abfahrt Alter Hafen, Expertenfüher mit Meeresbiologe, kostenlose Neufahrt-Garantie bei keinen Walsichtungen

Abendessen danach: Grillmarkadurinn (Lækjargata 2a) für gehobenen isländischen Grill — teuer, aber zuverlässig, Hauptgerichte 5.500–8.000 ISK (36–52 €). Für etwas Lässigeres: Hamborgarabúllan (Geirsgata 1) ist ein ehrliches Argument für den besten Burger der Stadt.

Tag 3 (Abreise): Blaue Lagune

Wenn der Flug nachmittags von Keflavík abgeht, passt die Blaue Lagune natürlich als Abreisetag-Stopp. Das Geothermallagune liegt 23 km vom Flughafen entfernt — Baden, umziehen, und dann direkt per Bus oder Transfer nach Keflavík weiterfahren.

Blaue Lagune Comfort-Eintritt — Geothermalbaden, Silikaschlamm-Maske, Algenschlammmaske, ein Getränk inklusive, Handtuchverleih inklusive

Voranmeldung ist Pflicht — die Blaue Lagune erlaubt keine Spontanbesucher. Den spätestmöglichen Eintrittszeitpunkt buchen, der noch ausreichend Puffer für die Flughafen-Sicherheitskontrolle lässt (2,5 Stunden von der Blauen Lagune bis zum Gate einplanen). Gepäck kann in den Spinden der Blauen Lagune aufbewahrt werden; kein Rückkehr zum Hotel vor dem Abflug nötig.

Ehrliche Anmerkung: Die Blaue Lagune kostet 12.900–15.900 ISK (84–104 €) für einfachen Eintritt, was viele Besucher für einen großen Pool mit mineralblauem Wasser als teuer empfinden. Sie ist wirklich ungewöhnlich und visuell markant — die milchig-blaue Farbe ist echt, kein Farbstoff — aber das Erlebnis, sich in der Hochsaison ein überfülltes Lagune mit 400 anderen Touristen zu teilen, gefällt nicht jedem. Wem das stört: Sky Lagoon in Kópavogur (näher an Reykjavík, offener Meerblick, etwas weniger überfüllt) ist die bessere Alternative.

Wo man in Reykjavík übernachtet

Mittelklasse (16.000–25.000 ISK / 104–163 € / Nacht):

  • Hótel Borg (Pósthússtræti 11): das klassische Reykjavíker Hotel, 1930er Art Déco, zentrale Lage, ausgezeichnetes Frühstück
  • Canopy by Hilton (Smiðjustígur 4): designbewusst, gute Bar, Laufentfernung zu allem
  • Kex Hostel (Skúlagata 28): trotz der Hostel-Bezeichnung nicht günstig — Privatzimmer ab 22.000 ISK, außergewöhnliche Bar und Küche vor Ort

Budget (8.000–14.000 ISK / 52–91 € / Nacht):

  • Loft Hostel (Bankastraeti 7): zentral, sauber, Dachterrasse
  • Reykjavík Hostel Village (Flókagata 1): einfach, aber funktional, etwas außerhalb des Zentrums

Im Sommer (Juni–August) mindestens 6–8 Wochen im Voraus buchen. Die Preise verdoppeln oder verdreifachen sich im Vergleich zur Nebensaison.

Praktische Informationen

Währung: Island nutzt die Krone (ISK). Kartenzahlung überall akzeptiert — Bargeld wird selten gebraucht. Geldautomaten (hraðbanki) sind im gesamten Stadtzentrum verfügbar.

Wetter: Reykjavík im Sommer (Juni–August) hat durchschnittlich 11–14 °C. Regen ist häufig und Wind ist konstant. Eine wasserdichte Oberjacke ist unabhängig von der Prognose notwendig. Im Winter ist das Tageslicht kurz (4–5 Stunden im Dezember), aber die Stadt ist lebendig und die Weihnachtsmärkte sind gut.

Fortbewegung in der Stadt: Zu Fuß gehen ist die primäre Methode im kompakten Zentrum. Strætó-Bus (App-basiert, kein Bargeld akzeptiert) deckt die weitere Stadt ab. Ein Einzelticket kostet 590 ISK (4 €).

Häufig gestellte Fragen zu dieser 2-tägigen Island-Reiseroute

Brauche ich ein Auto für einen 48-Stunden-Reykjavík-Besuch?

Nein. Die Stadt ist fußgängerfreundlich und geführte Touren decken alle wichtigen Tagesausflüge ab. Wer beim Golden Circle mehr Kontrolle über den Zeitplan möchte, kann ein Mietwagen für Tag 1 nehmen. Aber die öffentliche Touristenoption ist effizient und in Bezug auf das Gesehene nicht schlechter.

Lohnt sich der Golden Circle von Reykjavík als Tagesausflug?

Ja, eindeutig. Die drei Sehenswürdigkeiten (Þingvellir, Geysir, Gullfoss) sind jede für sich sehenswert, und die Fahrt durch das isländische Inland ist an sich gut. Ein voller Tag reicht aus. Ein halber Tag nicht.

Was ist die beste Jahreszeit für 48 Stunden in Reykjavík?

Mai–September bietet die besten Bedingungen für Tagesausflüge, und die Mitternachtssonne verleiht der Stadtenergie mehr Schwung. Oktober–März hat die Nordlichter als realen Bonus (nicht garantiert, aber an klaren Abenden möglich). Die Stadt ist das ganze Jahr über funktional und interessant; die Sommermassen können das Zentrum von Reykjavík belebt wirken lassen, während der Winter einen ruhigeren, lokaleren Charakter hat.

Soll man zuerst den Golden Circle oder die Südküste machen?

Für einen 48-Stunden-Besuch macht der Golden Circle als einziger Ausflug mehr logischen Sinn — er deckt Geologie, Geschichte und Wasserfälle abwechslungsreicher ab und die Sehenswürdigkeiten sind geografisch kompakter. Die Südküste ist eine längere Fahrt und am besten mit einer Übernachtung weiter östlich zu genießen. Mit einem dritten Tag: die 3-tägige Südküstenreiseroute hinzufügen.

Wie weit ist der Flughafen Keflavík vom Stadtzentrum Reykjavík entfernt?

50 km, ca. 45–55 Minuten per Bus. Mindestens 2 Stunden vom Stadtzentrum bis zum Gate einplanen, einschließlich Busfahrt und Flughafen-Sicherheit. Die Blaue Lagune liegt auf dieser Route, was Baden am Abreisetag praktisch macht, wenn der Flug um 15:00 Uhr oder später abgeht.

Lohnt sich die Blaue Lagune den Preis?

Das hängt von den Erwartungen ab. Das Wasser ist wirklich ungewöhnlich (silikareiches, mineralisch-blaues Geothermalwasser), die Umgebung hat Science-Fiction-Qualität (blauer Pool inmitten schwarzer Lavafelder, aufsteigender Dampf), und die beigefügte Silikamaske ist angenehm. Dagegen: In der Hochsaison ist es sehr überfüllt, teuer und architektonisch auf Luxus ausgerichtet, der auf dem Standardeintrittsniveau nicht ganz überzeugt. Für ein vergleichbares Erlebnis zu geringerem Preis und näher an Reykjavík ist die Sky Lagoon die ehrliche Empfehlung.

Kann man Nordlichter in Reykjavík sehen?

Im Winter ja — die Stadtbeleuchtung reduziert den Kontrast, aber Nordlichter wurden bereits von der Reykjavíker Uferpromenade und vom Öskjuhlíð-Hügel aus fotografiert. Für besseres Beobachten eine eigens dafür zusammengestellte Tour machen, die 30–40 Minuten außerhalb der Stadt fährt. Die Aurora-Saison läuft September–März, mit maximaler Sichtbarkeit im Oktober und Februar an klaren, mondlosen Nächten. Für Einzelheiten: Nordlichter-Leitfaden.

Praktische Reykjavík-Tipps

Was kaufen: Das ehrlichste Souvenir aus Island ist ein Lopapeysa (traditioneller Wollpullover). Handgestrickte Versionen auf dem Kunsthandwerksmarkt nahe der Hallgrímskirkja kosten 18.000–28.000 ISK (117–182 €) — teuer, aber langlebig und lokal gefertigt. Maschinell hergestellte Versionen sind ab 8.000 ISK erhältlich. Der Unterschied ist sichtbar und fühlbar; die handgestrickte Version ist deutlich wärmer und besser verarbeitet.

Für Lebensmittel zum Mitnehmen: isländischer Skyr (das Milchprodukt zwischen Joghurt und Frischkäse, viel dicker als griechischer Joghurt), getrockneter Fisch (harðfiskur) in versiegelten Tüten und isländische Lakritz (deutlich intensiver als skandinavische Sorten) sind alle im Kringlan-Einkaufszentrum oder in jedem Bónus-Supermarkt zu einem Bruchteil der Flughafenpreise erhältlich.

Was nicht kaufen: Die Touristenfalle Reykjavíks ist Wikingerware (Plastikhelme, generische Postkarten) aus den Geschäften in der Austurstræti und rund um die Harpa-Konzerthalle. Nichts davon ist lokal gefertigt. Der Kunsthandwerksmarkt bei der Hallgrímskirkja (wochenends) und der Kolaportið-Flohmarkt (wochenends, Tryggvagata) haben echte isländische Waren.

Taxi-Apps: Hreyfill ist das Haupttaxiunternehmen Reykjavíks. Ihre App ist zuverlässiger als das Flaggen eines Autos auf der Straße in den Abendspitzenstunden. Die Preise sind reguliert; vom Stadtzentrum zum BSÍ-Busterminal sind es ca. 1.200–1.500 ISK (8–10 €).

Die Reykjavík City Card (2.900 ISK/24 Std., 3.900 ISK/48 Std., 4.900 ISK/72 Std.): deckt unbegrenzte öffentliche Busfahrten, Eintritt in die meisten Stadtmuseen und die städtischen Schwimmbäder (Laugardalslaug, Sundhöllin) ab. Lohnt sich nach dem eigenen Programm zu berechnen — wer im Stadtbad schwimmen (echte Einheimischen-Erfahrung für 1.100 ISK pro Bad), 2–3 Museen besuchen und den Bus nutzen möchte, rentiert sich die 48h-Karte.

Reykjavíker Schwimmbäder: Die geothermisch beheizten Außenbäder der Stadt sind eines der ehrlichsten lokalen Erlebnisse überhaupt. Sundhöllin (Barónsstígur 45, 2017 renoviert) und Laugardalslaug (das größte, östlich des Stadtzentrums) sind beide per Bus erreichbar. Eintritt ca. 1.100 ISK (7 €). Handtuch mitbringen; Badebekleidung erforderlich. Die Warmwasserbecken (heiturpottur) sind der Ort, wo Isländer wirklich miteinander reden — eine völlig andere Atmosphäre als eine touristische Attraktion.

Geldwechsel: Besser bei Landsbankinn oder Íslandsbanki im Stadtzentrum als am Flughafen oder Hotel wechseln — die Kurse sind deutlich besser. Alternativ ISK direkt vom Geldautomaten (hraðbanki) abheben: Die meisten europäischen und nordamerikanischen Karten funktionieren problemlos, und der Geldautomatenklurs ist typischerweise nahe am Interbankenkurs.

Der ehrliche Leitfaden zu Reykjavíks Nachtleben

Reykjavík hat eine echte Nachtlebensszene, die an Wochenenden sehr spät läuft — Bars dürfen gesetzlich bis 04:30 Uhr geöffnet bleiben, und viele tun es. Die Szene konzentriert sich auf Austurstræti, Laugavegur und die Straßen dazwischen.

Was es wirklich ist: eine Kleinstadtszene, in der Einheimische und Touristen zusammenkommen, Bars nach Mitternacht zu informellen Clubs werden und das Publikum überwiegend zwischen 25 und 40 Jahren alt ist. Es ist nicht Ibiza oder Amsterdam — der Maßstab ist zu klein. Was es ist: eine authentische Late-Night-Stadtszene mit ordentlicher Musik, gutem Bier (Borg Brugghús oder Segull 67 isländische Craft Biere probieren) und echten Tischgesprächen.

Was man an Kosten erwartet: Ein Pint isländisches Craft Bier kostet in einer Bar 1.400–1.800 ISK (9–12 €). Ein Cocktail ist 2.500–3.500 ISK (16–23 €). Die Preise sind nicht zu umgehen — Reykjavíks Nachtleben ist teuer. Der Standardansatz: Getränke im Hotel oder einer Weinhandlung vor dem Ausgehen nach 22:00 Uhr.

Überspringen: Die touristisch ausgerichteten „Wikinger-Bar”-Erlebnisse in der Austurstræti mit überteuerten Bieren und Themendekor. Lieber die Kiki Queer Bar (Laugavegur 22) für ein unkompliziertes gemischtes Publikum und gute Musik besuchen, oder Kaffibarinn (Bergstaðastræti 1 — die Bar, in der Blur berühmterweise trank) für ein mehr lokales Gefühl.

Für den Reykjavík-Kulturleitfaden mit weiteren Details zur Kunst- und Musikszene der Stadt abseits der Bars.

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